Montag, 21. Mai 2007

Die Äpfel im Nachbars Garten



Jeder kennt diese Äpfel und jeder kennt auch das Verlangen nach ihnen. Doch wieso? Wieso ist dieses Verlangen nach diesen Äpfeln so groß? Und wieso wird das Verlangen nach ihnen immer, und immer größer. Liegt das vielleicht in der menschlichen Natur, dass man sich einfach nach Dingen sehnt, die außerhalb der Reichweite liegen.
Fragen, über Fragen.

Doch was ist, wenn diese Äpfel zum Greifen nah sind... Man lehnt sich über den Zaun. Streckt die eine Hand nach diesem Apfel aus, während man sich mit der anderen festhält, um nicht auf der Fresse zu landen.
Man hat ihn schon fast erreicht, man kann ihn schon riechen – diesen süßen Duft. Doch trotzdem fehlt leider etwas. Und so schaut man sich diese Äpfel eben weiter über den Gartenzaun an und erfreut sich schon am Anblick.

Es ist kein Neid auf den Besitzer, dieser Äpfel. Und auch keine Eifersucht... Sondern eine unbeschreibliche Leere – die man immer wieder verspürt, wenn man vor dem Zaun steht.
Eine Leere die zum Ausdruck bringt, wie unglücklich man ohne diese Äpfel ist. Eine Leere, die einen in die stille Verzweiflung drängt. Eine Leere, die von da an, das Leben dieser Person Tag für Tag, fest im Griff hat.

Machen wir es einfach selbst alles viel zu kompliziert... Und lassen dadurch jede Situation noch aussichtsloser erscheinen, als sie es eigentlich ist. Es könnte alles so schön sein, wenn wir uns das Leben nicht noch schwerer machen würden.

... und trotz der Zeit, die verstrichen ist, während man diesen Text geschrieben bzw. lesen hat – wird das Verlangen nach diesen Äpfeln von Minute zu Minute, von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag ... immer größer.

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